Wallbox in 30 Sekunden erklärt

Netzanschluss: 230 V/16 A
Ladezeit 40 kWh: ≈ 11 Stunden (vereinfachte Berechnung, Verluste nicht berücksichtigt)
Melde-/Genehmigungspflicht: Meldepflichtig
Typische Anwendung: Carport, Ferienhaus

Netzanschluss: 400 V/16 A
Ladezeit 40 kWh: ≈ 4 Stunden (vereinfachte Berechnung, Verluste nicht berücksichtigt)
Melde-/Genehmigungspflicht: Meldung bei VNB (Verteilnetzbetreiber)
Typische Anwendung: Standard-Privathaushalt

Netzanschluss: 400 V/32 A
Ladezeit 40 kWh: ≈ 2 Stunden (vereinfachte Berechnung, Verluste nicht berücksichtigt)
Melde-/Genehmigungspflicht: Genehmigungspflichtig
Typische Anwendung: Gewerbe, Flotte

Wallbox Leistungsklassen

Warum ist eine Wallbox für mein Elektroauto sicherer als die Haushaltssteckdose?

Die Wallbox überwacht Temperatur, Last und Fehlerströme aktiv. Bei einer Schuko-Steckdose fließt der Strom über Leitungen, die meist nur für kurzzeitige 16 A ausgelegt sind. Längeres Laden erhitzt Kontakte, was zu Brandrisiken führt. Die Wallbox verfügt dagegen über integrierte FI- und Leitungsschutzschalter, misst permanent den Erdableitstrom und reduziert bei Störungen die Leistung auf ein sicheres Niveau. Sie kommuniziert zudem mit dem Fahrzeugcharger, um den maximal zulässigen Strom exakt einzustellen – ein Sicherheitsniveau, das die Steckdose nicht bieten kann.

Reicht eine 11 kW-Wallbox oder brauche ich 22 kW?

Für die meisten Privat- und Flottenanwendungen genügt 11 kW. Eine 60 kWh-Batterie lädt damit in rund fünf Stunden – über Nacht also problemlos. 22 kW halbiert die Zeit, erfordert aber einen 32 A-Anschluss, höhere Installationskosten und eine Genehmigung des Netzbetreibers. Viele Fahrzeuge laden intern ohnehin nur mit 11 kW. Höhere Leistung lohnt sich für Gewerbebetriebe mit hoher Fahrzeugfluktuation oder Sharing-Anbieter, die kurze Standzeiten haben.
Wichtig: Bereits ab > 4,2 kW gelten Wallboxen nach § 14a EnWG als steuerbare Verbrauchseinrichtungen – unabhängig davon, ob es sich um 11 kW oder 22 kW handelt. Das bedeutet: Netzbetreiber dürfen die Ladeleistung bei Engpässen zeitweise auf 4,2 kW drosseln. Im Gegenzug profitieren Betreiber von reduzierten bzw. dynamischen Netzentgelten.

Wie viel kostet eine Wallbox inklusive Installation?

Die Hardware liegt je nach Ausstattung zwischen 600 € und 1.800 €. Installation und Inbetriebnahme schlagen mit 800 € bis 2.000 € zu Buche – abhängig von Leitungswegen, Wanddurchbrüchen und Netzanschluss.
Förderung (Stand 2025): Aktuell gibt es keine Bundesförderprogramme mehr. Zuschüsse sind regional über Landesprogramme (z. B. NRW progres.emobil) oder einzelne EVU möglich. Zusätzlich kann die THG-Quote genutzt werden (jährlich ~200–350 € je Fahrzeug). Für Unternehmen kommen eventuell weitere Kosten für Backend-Lizenzen, RFID-Karten und Serviceverträge hinzu. Eine TCO-Analyse sollte Wartung, Software-Updates und eventuelle Netzentgelt-Reduktionen berücksichtigen.

Wie funktioniert Plug & Charge an der Wallbox Elektroauto-Ladestation?

Plug & Charge nutzt Zertifikate nach ISO 15118-20. Beim Einstecken authentifizieren sich Fahrzeug und Wallbox gegenseitig über verschlüsselte Token. Das Fahrzeug erhält eine einmalige Lade-ID, die das Backend samt Tarifinformationen verarbeitet. Der Fahrer braucht weder App noch RFID-Karte – bequem besonders in Firmenflotten. Voraussetzung: Eine passende Wallbox-Firmware, ein OCPP-Backend mit Zertifikatsverwaltung und natürlich ein ISO 15118-fähiges Fahrzeug. Für Betreiber sinkt der Support-Aufwand, während die Abrechnung automatisiert im Hintergrund läuft.

Wann lohnt sich bidirektionales Laden mit einer Wallbox?

Bidirektionales Laden (V2H/V2G) gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn PV-Überschüsse genutzt, Lastspitzen reduziert oder zukünftige Netzdienstleistungen vergütet werden. Ein Elektrofahrzeug mit einem Akku von rund 60 kWh kann – abhängig vom Verbrauch – die Grundversorgung eines Einfamilienhauses über mehrere Tage unterstützen. Anwendungen wie zeitversetztes Laden und Entladen (z. B. zur Eigenverbrauchsoptimierung) stehen dabei aktuell im Vordergrund. Im gewerblichen Umfeld wird bidirektionales Laden vor allem als perspektivische Option zur Lastspitzenbegrenzung und Systemstabilisierung betrachtet. Voraussetzung sind ISO 15118-20-fähige Fahrzeuge, geeignete bidirektionale Ladehardware, ein zertifiziertes Energiemanagementsystem sowie ein Netzanschluss, der Einspeisung technisch und regulatorisch zulässt.

Warum die Wallbox Ladestation mehr ist als ein Ladepunkt